Home Foren Technik und Vermessung Reparatur „Gespaltener Rumpf“

Ansicht von 2 Beiträgen - 1 bis 2 (von insgesamt 2)
  • Autor
    Beiträge
  • #9493
    RobertRobert
    Teilnehmer

    Solche Schäden hatten wir schon mehrfach in der Werft, meist aufgrund Boot vs. Beton/Fels, welche bisher alle wieder repariert werden konnten. Die Rumpfnaht ist etwas komplexer, da hier deutlich mehr Gelcoat entfernt und auch wieder aufgebaut werden muss als man vermuten würde. Grund dafür ist der Aufbau des Rumpfes als Halbschalen mit innenliegender Überlappung. Diese Verbindungslagen kann man erst erreichen wenn man durch das Außenlaminat und die Schalenverklebung hindurch schleift. Leider wird dies häufig nicht gemacht und nur die Schalen aussen wieder zusammen laminiert, wo nur ca. 25% der tragenden Laminatstruktur sind. In Ermangelung an Bauraum werden dann meist nur 2-3 Lagen dünne Matte genommen welche dann auch beim Gelcoataufbau teilweise wieder abgeschliffen werden. Das Ergebniss ist dann entsprechend.

    Wir schleifen den Kiel um mehrere Millimeter ab, in der Mitte bis in die innerste Schicht und bauen das Laminat in ca. 80mm Breite komplett neu auf mit entsprechender Schäftung. Sind die Risse ungeleichmäßig wird es in der Breite auch schnell mehr.

    Der Aufwand ist nicht ohne und ob sich das für das jeweilige Schiff noch lohnt muss im Einzelfall entschieden werden. Eine gute Kaskoversicherung ist hier definitiv von Vorteil.

    #9490
    AndreasKAndreasK
    Teilnehmer

    Hallo zusammen

    Die Tage werden wieder länger und es wurden auch schon wieder über 20°C gemessen. Höchste Zeit also das Material auf Vordermann zu bringen.

    Nun begab es sich aber, dass vor drei Jahren im Herbst 2018 mein guter alter K2 am Steinhuder Meer eine unfreundliche Begegnung mit einem Hafenpoller hatte. Raumschots bei ca. 5 Bft mittig getroffen… Also Powerspreader auf 90° abgewinkelt, und durch die dadurch bedingte reduzierte lichte Breite beide Rumpfspitzen aufeinander zu bewegt. Als Folge beide Rümpfe am Kiel zwischen Bug und Vorderbeam auf etwa 1 m Länge aufgeplatzt 🙁

    Daraufhin das Boot zum Bootsbauer meines Vertrauens gebracht (Küntzel hier in Hamburg) und der hat das auch alles schön mit neuer Matte und viel Gelcoat hübsch gemacht. Leider ist das dann im Frühjahr 2019 nach den ersten Turns zunächst Backbord und dann auch Steuerbord wieder Aufgeplatzt. Also noch mal zu Meister Küntzel und war dann auch wieder schön bis zum Herbst…

    Herbstsegelwoche Ratzeburger See 2019, Kentern bei frischen 6 Bft, Aufrichten kein Problem, aber zurück an Land das alte Leiden: Steuerbordkiel auf etwa 80 cm aufgeplatzt zwischen Bug und Vorderbeam. Also wieder zurück zum Bootsbauer und das hat dann auch ein gutes Jahr gehalten.

    Herbstsegelwoche Ratzeburger See 2020, schönes Wetter, wenig Wind, also Kentertraining mit den Neuen. Und beim Verladen dann später das alte Bild: Kiel geplatzt, gleiche Stelle, gleiche Delle, diesmal wieder Backbord.

    Für mich stellt sich das so dar: Normales Segeln kein Problem, aber sobald man beim Aufrichten dem Boot in die weiche Flanke tritt, und das lässt sich ja dann nicht vermeiden, werden die Kräfte zwischen den beiden Rumpfhälften so groß, dass kein nachträglich von außen aufgebrachter Flicken hält…

    Nun meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit so einer Art von Schaden? Gibt es einen erfolgreichen Reparaturansatz? Meister Küntzel (repariert seit Jahrzehnten alle Schäden an unserer Vereins-Alster-Flotte zur größten Zufriedenheit!) hat auf jeden Fall eine weitere Reparatur als wenig erfolgversprechend abgelehnt…

    Also „Time to say goodbye“? Oder gibt es noch Hoffnung für Unsinkbar2?

    Wie dem auch sei, ich wünsche allen eine noch stattfindendere Saison 2021, es kann nur besser werden!

    Herzlichste Grüße

    Andreas

     

Ansicht von 2 Beiträgen - 1 bis 2 (von insgesamt 2)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.